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Die erstaunliche Geschichte der "Lover's Eyes" - Miniatur Porträts im Schmuckformat

Hast du dich schon einmal gefragt, was sich hinter den kostbar geschmückten Augenminiatur Gemälden verbirgt, die dich aus ihrer perlenbesetzten Fassung heraus mit melancholischen Blicken mustern? Sie sind zweifellos beeindruckend, aber die Geschichte hinter diesen persönlichen Prunkstücken hat mich überrascht.

Lovers Eye in einer Schmuckschatulle in Perlen und Samt - Quelle: Philadelphia Museum of Art
Lovers Eye in einer Schmuckschatulle in Perlen und Samt - Quelle: Philadelphia Museum of Art

Ein Mann mit Rizz - die Legende


Vor 250 Jahren gab George IV, Prinz von Wales, seiner heimlichen Liebe Maria Fitzherbert ein besonderes Schmuckstück: ein kleines, aufklappbares Amulett. Ganz in Gold gefasst, mit einer nebulösen Malerei hinter geschliffenem Glas - es war ein Porträt seines Auges und sollte Maria, die sich zunächst vor seinen Avancen nach Paris geflüchtet hatte, an sein Antlitz erinnern.

Die beiden waren der Inbegriff von tragischer Romantik. Sie konnten den Bund der Ehe nicht kirchlich eingehen, war doch Maria katholisch und zweifache Witwe. Auch der Idee, seine Mätresse zu werden, widersprach sie entschieden. So quälte sich George im Verlangen nach ihr.

Zurück in Wales aber, ließ sich Maria Fitzherbert doch zu dieser Liaison hinreißen und die beiden ließen sich inoffiziell trauen - nur in Anwesenheit ihrer Brüder.

Sie tauschten weitere Miniatur Malereien ihrer Augen aus - ohne zu wissen, dass ihre leidenschaftlichen Blicke in ferner Zukunft große Bewunderer finden würden. Letztendlich sah sich George allerdings gezwungen, eine Ehe mit seiner Cousine Caroline von Braunschweig einzugehen, um seinen Thron vor dem finanziellen Ruin zu bewahren.

Maria blieb Zeit seines Lebens seine große Liebe. Sie konnten ihres Schicksals wegen nicht mehr zusammenfinden und so war sein letzter Wunsch nach langer Krankheit mit ihrem liebevollen Blick, auf dem Augenporträt um seinen Hals, beigesetzt zu werden.

Brosche einer Augenminiatur hinter Glas - Quelle: Philadelphia Museum of Art
Brosche einer Augenminiatur hinter Glas - Quelle: Philadelphia Museum of Art

Entwicklung eines Trends


Nach dieser Geschichte entwickelten sich die sogenannten "Lover's Eyes" 1785 aus den Miniatur Porträts (englisch "Miniatures"), die im 18. Jahrhundert beliebt waren. Diese waren damals, was wir heute als Foto Medaillon kennen. Prinz George IV setzte mit seiner Geste einen Trend, der bald ringsum adaptiert wurde. Die Augenminiaturen sollten dem Partner die ei

genen, leidenschaftlichen Blicke ins Gedächtnis rufen, wenn man nicht bei ihm sein konnte. Sozusagen das georgianische Pendant zu dem, was man heute "Sexting" nennt. Ein kleines Geheimnis zwischen zwei Liebhabern.


Lovers Eyes wurden auch in Alltagsgegenständen aufgegriffen - Quelle: Philadelphia Museum of Art
Lovers Eyes wurden auch in Alltagsgegenständen aufgegriffen - Quelle: Philadelphia Museum of Art

Ihrer Zeit voraus

Das klingt zunächst abwegig - was soll an einem Auge so leidenschaftlich sein? Das lässt sich rekonstruieren aus der Tatsache, dass jeder erkennen kann, wer sich hinter einem Porträt verbirgt. Aber ein einzelnes Auge zuordnen, kann nur der, dem man nahe steht. Für diese Theorie spricht auch ein weiteres berühmtes Porträt jener Zeit, das sogenannte "Beauty Revealed". Eine Miniaturmalerei zweier Brüste, die 1828 von der amerikanischen Künstlerin Sarah Goodridge gefertigt und an ihren Geliebten verschickt wurde. Ein für seine Zeit einzigartiges Werk einer Frau, die ihre Sexualität selbstbestimmt lebte.


"Beauty Revealed" von Sarah Goodrigde - Quelle: publicdomainreview.org /Metropolitan Museum
"Beauty Revealed" von Sarah Goodrigde - Quelle: publicdomainreview.org /Metropolitan Museum

Zuletzt muß man das Lovers Eye im kulturellen Kontext seiner Epoche betrachten: im 18. Jahrhundert waren Blicke wesentliche bedeutungsvoller als wir es heute vermuten. Zahlreiche gesellschaftliche Normen regelten den öffentlichen Kontakt zwischen beiden Geschlechtern. Wenn man nicht offen miteinander sprechen konnte, waren Blicke das einzige Mittel zur Kommunikation.


Vermutlich ein Ring mit nebulöser Malerei eines Auges - Quelle: Philadelphia Museum of Art
Vermutlich ein Ring mit nebulöser Malerei eines Auges - Quelle: Philadelphia Museum of Art

Kostbare Kunstwerke


Lover's Eyes waren im Gegensatz zu "Miniatures" meist als Schmuck, oder als ausgeschmückte Alltagsgegenstände zu finden. Sie waren kleine Meisterwerke der Goldschmiedekunst und viele können wegen ihrer Handwerkskunst auch heute noch bestaunt werden. Sie wurden als Amulett, als Ring oder Brosche getragen. In der Regel wurden sie mit Aquarellfarbe auf Elfenbein oder Vellum (damals ein durchscheinendes Material aus Kalbsleder) gemalt. Meist war der Untergrund nicht größer ein Fingernagel. Die Malerei war empfindlich - der kleinste Tropfen Wasser hätte all die Arbeit zunichte gemacht. Darum wurden sie in eine Fassung aus Gold oder Silber gerahmt, mit Edelsteinen besetzt und von einer Kuppel aus geschliffenem Glas geschützt. Meist verwendete man Perlen als Zeichen der Reinheit. Auch Rubine und Granate waren üblich, da sie Liebe symbolisierten.

Oft hat man eine Locke der abgebildeten Person integriert. Entweder auf der Rückseite des Stücks oder als Rahmen oder Hintergrund der Malerei. Dazu wurden die Strähnen in mühsamer Handarbeit, Haar für Haar, zu einem zarten Gewebe verbunden.

Verschieden Lover´s Eyes aus meiner Sammlung
Verschieden Lover´s Eyes aus meiner Sammlung

Trost in der Trauer


Der Haarschmuck und die Augenminiaturporträts erlebten auch in der Mourning Culture der viktorianischen Epoche ein Revival. Zu dieser Zeit verlor sich der sexuelle Kontext und es war üblich, das Auge seiner Tochter, seines Sohnes oder einer geliebten verstorbenen Person zu tragen.

Insgesamt verloren die Augenporträts jedoch ab 1830 zunehmend an Bedeutung. Mit dem Beginn der Fotografie gerieten die Schmuckstücke und deren Besitzer zunehmend in Vergessenheit.


Lover‘s eyes aus meiner Sammlung
Lover‘s eyes aus meiner Sammlung

Doch die Faszination, die ein solches Schmuckstück umgibt, ist ungebrochen. Wenn wir in das Auge einer Frau blicken, die vor über 200 Jahren lebte, ist dieses Porträt wie ein Tor in eine andere Zeit. Wer hätte auch vermutet, dass sein hoffnungsvoller Blick die Jahrhunderte überdauern und Menschen in der Zukunft berühren würde?

Meine Schmuckstücke können dir eine kleine Zeitkapsel sein. Ob als Erinnerung an das erste Lachen deines Kindes oder die treuen Augen deines verstorbenen Großvaters. Ob den Schmollmund deiner ersten Liebe oder an den Blick deines kleinen Dackels, den du unter deinem Herzen tragen willst. Deine persönlichen Erinnerungen sind mehr, als Fotos in einer Schachtel in deinem Schrank!

Sie machen dich aus, sollen dich feiern und schmücken und als Menschen mit all seinen Erfahrungen greifbar machen! Für dich und für dein Gegenüber. So wie wir uns Tattoos unter die Haut stechen um uns selbst und andere an Freude und Schmerz zu erinnern und uns gleichzeitig karthatisch davon zu lösen. Meine Anhänger, Medaillons und Broschen sind eine Ode an die Lovers Eyes. Wer ein besonderes Geschenk sucht, der stößt heutzutage auf maschinell gravierte Ringe, Anhänger oder Fotomedaillons. Sie alle haben ihre Berechtigung - aber mich begeistert das Zusammenspiel von Schmuck und Malerei, Intimität und Nostalgie. Keine KI oder Maschine vermag unsere menschliche Emotion so zu erfassen. Wenn dich diese kleine Geschichte inspiriert, schau dir unter den folgenden Links eine Auswahl meines Porträt Schmucks an.




 
 
 

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